Skip to main content

Podium zur Bundestagswahl

Erstellt von Südkurier und Schwäbische | |   Gymnasium

Hier finden Sie nochmals die Artikel zur Podiumsdiskussion der Schüler des Wirtschaftskurses mit den KandidatInnen zur Bundestagswahl. Wir wünschen Ihnen eine gute Wahl am 24.9.17

Kandidaten stellen sich in Markdorf Schüler-Fragen

Diskussionsrunde am Bildungszentrum zur Bundestagswahl. Themen sind Sicherheit, Bildung und Finanzpolitik

Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten im BZM-Gymnasium: (von links) Claudia Haydt (Linke), Leon Hahn (SPD), die beiden Moderatoren Bijan Khosravi-Farid und Jakob Vahlensieck sowie Lothar Riebsamen (CDU), Christian Steffen-Stiehl (FDP) und Markus Böhlen (Bündnis 90/Die Grünen) Bild: Jörg Büsche Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten im BZM-Gymnasium: (von links) Claudia Haydt (Linke), Leon Hahn (SPD), die beiden Moderatoren Bijan Khosravi-Farid und Jakob Vahlensieck sowie Lothar Riebsamen (CDU), Christian Steffen-Stiehl (FDP) und Markus Böhlen (Bündnis 90/Die Grünen) Bild: Jörg Büsche

Die Zuhörer fragten bei der jüngsten Wahlkampf-Podiumsdiskussion der BZM Schüler kritisch nach – hier ist es Klaus Kümpel. Die Zuhörer fragten bei der jüngsten Wahlkampf-Podiumsdiskussion der BZM Schüler kritisch nach – hier ist es Klaus Kümpel.

Mit hat der Abend gefallen, weil ich hautnah miterleben konnte, wie die Bundestagskanditaten aufeinander reagiert haben. Das war sehr aufschlussreich für mich.Carola Geis, 16, Schülerin Mit hat der Abend gefallen, weil ich hautnah miterleben konnte, wie die Bundestagskanditaten aufeinander reagiert haben. Das war sehr aufschlussreich für mich.Carola Geis, 16, Schülerin

Ich fands gut, die Bundestagskanidaten direkt zu erleben und mehr von ihnen über ihre Absichten zu erfahren – auch, dass ihnen Fragen gestellt wurden.Linda Giesenberg, 16, Schülerinnen Ich fands gut, die Bundestagskanidaten direkt zu erleben und mehr von ihnen über ihre Absichten zu erfahren – auch, dass ihnen Fragen gestellt wurden.Linda Giesenberg, 16, Schülerinnen

Der neue Bundestag wird am 24. September gewählt. Wie vor jeder Bundestagswahl hatten die Schüler des Markdorfer Bildungszentrums (BZM) die Kandidaten aus dem Wahlkreis Bodensee eingeladen, sich und ihr Programm vorzustellen und sich über aktuelle Themen zu äußern. Diesmal war es ein Wirtschaftskurs der gymnasialen Oberstufe, dessen Schüler die Podiumsrunde im Theaterstudio des BZM vorbereitet hatten. Von ihnen waren auch die Fragen, die Jakob Vahlensieck und Bijan Khosravi-Farid, die beiden jungen Moderatoren, den fünf Kandidaten stellten – Fragen zu den Themen Bildung, Sicherheit und Finanzpolitik. Lothar Riebsamen, CDU-Abgeordneter im Bundestag, Leon Hahn, der Kandidat der SPD, Markus Böhlen von Bündnis 90/Die Grünen, Christian Steffen-Stiehl (FDP) und die Linken-Politikerin Claudia Haydt äußerten sich zum Teil sehr kontrovers.

Ob die Bundeswehr auch im Inneren eingesetzt werden dürfe, wie es Jakob Vahlensieck provokant gefragt hatte, darauf ging Lothar Riebsamen (CDU) nur knapp ein. "Aufgabe der Bundeswehr ist die äußere Sicherheit." Den Polizeikräften, die am Wochenende in Hamburg das G-20-Treffen begleitet hatten, zollte er seinen Respekt. Und Riebsamen betonte, "dass solche Gipfeltreffen auch künftig in großen Städten ausgerichtet werden müssen". Eine Lehre aus Hamburg laute: "Polizeistellen abzubauen war ein Fehler."

Dass die Berliner Regierung unterdessen wieder neue Polizeibeamte einstellt, schrieb Leon Hahn (SPD) dem sozialdemokratischen Koalitionspartner der Union auf die Fahne. Was Riebsamen so nicht stehen lassen wollte. "Der Innenminister heißt immer noch Thomas de Maizière – und kommt von der CDU." Christian Steffen-Stiehl sah durchaus die friedlich Demonstrierenden in der Pflicht. "Straftäter und Krawallmacher dürfen sich nicht in der Menge verstecken können", argumentierte der FDP-Politiker. Linken-Politikerin Haydt monierte die Einsatztaktik der Polizei in Hamburg. Sie zog die Verhältnismäßigkeit der Mittel in Zweifel.

In der Publikumsrunde fragte Jochen Jehle, Leiter des Wirtschaftskurses, wie sich die fünf Kandidaten den Umgang mit Politikern wie Erdogan, Putin oder Trump vorstellten. Markus Böhlen von den Grünen bedauerte, dass sich die EU durch ihr langes Zögern in der Flüchtlingsfrage erpressbar gemacht habe. Das nutze Erdogan nun aus. Überwiegen abwägend beantworteten die fünf Kandidaten die Frage, wie sie zu einer Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr stünden. Die Afghanen dürften nun nicht allein gelassen werden. Claudia Haydt dagegen bekräftigte das Nein ihrer Partei zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.

Zum Komplex Steuerpolitik forderte Claudia Haydt Entlastungen für alle, die weniger als 7100 Euro im Monat verdienen. Eine Grenze, die rasch erreicht sei, gab FDP-Politiker Steffen-Stiehl zu bedenken – "von Leuten, die sich das hart erarbeiten und fleißig sind." Ob Menschen mit geringem Einkommen etwa nicht fleißig sind, nicht arbeiten, konterte Claudia Haydt. Warum das Rentensystem in der Schweiz oder Österreich so viel besser funktionieren, waren weitere Fragen aus dem Publikum – zum Beispiel von Ulf Eckard. Leon Hahn verwies auf die Andersartigkeit der dortigen Steuersysteme und forderte mehr Ehrlichkeit, auch mehr Steuern zur Zukunftssicherung.

"Keine Experimente", zitierte Christian Steffen-Stiehl einen Wahlkampfslogan der CDU, dies als Antwort auf die Frage von Schülerin Linda Giesenberg nach der weitgehenden Rückkehr zu G9. Das wichtigste seien stabile Rahmenbedingungen, so der FDP-Politiker. Lothar Riebsamen zeigte sich jederzeit "offen für Besseres" und räumte ein: "G8 war ein Fehler." Leon Hand möchte "den Bildungsplan entschlacken". Und Claudia Haydt pochte auf "Chancengleichheit für alle". Markus Böhlen warnte, kultuspolitisch "nicht ständig eine neue Sau durchs Dorf" zu treiben.

Quelle: www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/markdorf/Kandidaten-stellen-sich-in-Markdorf-Schueler-Fragen;art372484,9326985

Kandidaten sehen G8 kritisch

Schüler diskutieren im BZM mit den Bewerbern für den Bundestag

Von Julia Freyda 12. Juli 2017

Markdorf - In einer Podiumsdiskussion des Gymnasiums am Bildungszentrum (BZM) haben Schüler den Bundestagskandidaten von CDU, FDP, Grünen, Linke und SPD auf den Zahn gefühlt. Auch einige der rund 50 Zuhörer nutzten die Gelegenheit, um den Politikern ihre Fragen zu stellen.

Der Wirtschaftskurs der Oberstufe hatte mit Lehrer Jochen Jehle als Themen Bildung, Sicherheit und Steuern vorbereitet, um die jeweiligen Standpunkte von Lothar Riebsamen (CDU), Leon Hahn (SPD), Markus Böhlen (Grüne), Christian Steffen-Stiehl (FDP) und Claudia Haydt (Die Linke) abzufragen. Etwa wollten die Moderatoren Jakob Vahlensiek und Bijan Khosravi-Farid wissen, wie die Kandidaten zu einer Zentralisierung der Bildungspolitik stehen. Steffen-Stiehl plädierte dafür, um einheitliche Standards zu haben. Auch Riebsamen sprach sich dafür aus und betonte: "Es darf keine Angleichung auf einem niedrigen Niveau geben, sondern muss auf einem guten Niveau geschehen." Hahn nannte als Vorteil der Zentralisierung die Vergleichbarkeit von Abschlüssen, gab aber auch zu bedenken: "Ein bundeseinheitliches Bildungssystem ist träge und schwer zu reformieren." Haydt kritisierte, dass die derzeitige Kleinstaaterei nicht mehr in die globalisierte Welt passe. Die Linken setzen sich für einen einheitlichen Bildungsrahmenplan ein, der Schulen individuelle Gestaltungsmöglichkeiten gebe. Markus Böhlen wandte ein, dass mit einer Zentralisierung nicht unbedingt auch Chancengleichheit entstehe.

In der Fragerunde wollten die Zuschauer wissen, wie die Kandidaten zu G8 und einer Oberstufe an Gemeinschaftsschulen (GMS) stehen. Bei G8 sprach Steffen-Stiehl sich dafür aus, es anzubieten, aber Schülern die Wahl zu ermöglichen. Eine gymnasiale Oberstufe an GMS sah er skeptisch. Riebsamen wies darauf hin, dass Abitur nach neun Jahren an beruflichen Gymnasien möglich sei und nicht zusätzlich an GMS angeboten werden müsse. Beim Thema G8 sagte er: "Möglicherweise müssen dort Fehler eingesehen und korrigiert werden." Hahn sprach sich bei G8 ebenfalls dafür aus, Schülern die Wahl zu ermöglichen. Klar plädierte er aber für eine gymnasiale Oberstufe an GMS, da diese die Verknüpfung von Herkunft und Bildungserfolg am ehesten lösen könnten. Haydt plädierte ebenfalls für Chancengleichheit und kritisierte, dass G8 die soziale Auslese in der Bildung vergrößert habe. Böhlen stellte klar: "G8 hätten wir nicht gebraucht. Mehr Zeit tut den Schülern gut." Eine gymnasiale Oberstufe an GMS würde er begrüßen, das würde aber auch wiederum Ressourcen kosten.

Mehr Polizeipräsenz gewünscht

Beim Thema Sicherheit fragten die Moderatoren nach konkreten Maßnahmen für eine bessere innere Sicherheit. Alle verurteilten dabei die jüngsten Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg. Haydt merkte aber auch an, dass in der Debatte nicht das Demonstrationsrecht über Bord geworfen werden dürfe. Sie sprach sich in der Sicherheitspolitik für Deeskalation als Strategie aus. Riebsamen sah ein, dass in den vergangenen Jahrzehnten zu viel Polizei abgebaut worden sei und dies nun vom Bund korrigiert werden müsse. Auch Hahn sprach sich für einen Aufbau der Polizeikräfte aus. Böhlen sieht ebenfalls eine Stärkung der Polizei und Justiz als erforderlich. Einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren lehne er aber ab. Steffen-Stiehl sieht die Lösung auch in einer stärkeren Polizeipräsenz. Massenüberwachung lehne er aber ab.

Bei der Frage wie sie über eine Verlängerung des Afghanistan-Mandats abstimmen würden, gab nur Haydt eine klare Antwort: Sie würde mit Nein stimmen. Die vier übrigen Kandidaten wollten sich nicht grundsätzlich festlegen. Riebsamen wollte die Entscheidung davon abhängig machen, wie sich die Lage entwickle. Hahn wies darauf hin, dass ein Ende des Einsatzes auch eine Verschlechterung für die Menschen bedeuten könne. Das sah auch Böhlen so. Steffen-Stiehl merkte an: "Das Ziel des Einsatzes muss erreicht werden, sonst war alles vergebens."

Quelle: Schwäbische Zeitung online: epaper2.schwaebische.de/_ONLINE/index.html

Zurück